Quantennutzen ist ein von IBM im Jahr 2023 geprägter Begriff, um den Bereich zu beschreiben, in dem Quantenschaltkreise zu groß und zu tief sind, um sie exakt auf klassischer Hardware zu simulieren, auch wenn sie für praktische Aufgaben möglicherweise keinen Leistungsvorteil bieten. IBM demonstrierte den Quantennutzen mit einem 127-Qubit-Eagle-Prozessor, der einen Schaltkreis mit 2.880 Gattern ausführte, der ein Modell der Physik der kondensierten Materie simulierte — die Ergebnisse stimmten mit fortgeschrittenen klassischen Simulationsmethoden unter Verwendung von Tensornetzwerken überein und validierten damit die Quantenergebnisse. Quantennutzen ist eine schwächere Behauptung als der Quantenvorteil: Er zeigt, dass QPUs bei Maßstäben jenseits der klassischen Simulation korrekt arbeiten, auch wenn das gelöste Problem noch nicht kommerziell relevant ist. Die Unterscheidung ist wichtig, weil viele kurzfristige Experimente in diesem Bereich operieren — rechnerisch unlösbar für die klassische Simulation, aber noch nicht nützliche Probleme besser lösend als klassische Alternativen.
Verwandte Begriffe
Quantenvorteil
FundamentalsEine nachgewiesene Beschleunigung oder Verbesserung, bei der ein Quantencomputer den besten klassischen Algorithmus bei einer praktischen Aufgabe übertrifft.
NISQ
HardwareNoisy Intermediate-Scale Quantum — Geräte mit 50–1000 Qubits ohne vollständige Fehlerkorrektur.
QPU
HardwareQuantum Processing Unit — der physische Hardware-Chip, der Quantenschaltkreise ausführt.
Quantenfehlerkorrektur
HardwareTechniken zum Erkennen und Korrigieren von Fehlern in Quantenschaltkreisen, ohne die Qubits zu messen (und zu kollabieren).